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RRRRueckblick2004
RAIL ROAD ROMANCE
EIN RÜCKBLICK AUF FÜNF BEWEGENDE REISEN 2004
Dampfsonderzug bei Santiago de Cuba
Die erste führte nach Kuba. Die grosse Freundlichkeit der Menschen
vor Ort, Gemächlichkeit statt Gehetze, schöne, allerdings
weitgehend den Touristen vorbehaltene Hotels, unzählige
Auto-Oldtimer, aber auch baulicher Verfall sowie das weitgehende Fehlen
von Konsumgütern für die Einheimischen prägen Fidel
Castros Insel.
So sah es früher bei
jeder Zafra, der Zuckerrohrernte, auf Kuba aus
Bahnmässig war die Reise sehr
eindrücklich. Vielleicht zum letzten Mal war es möglich, mit
rund einem Dutzend
Dampflokomotiven auf den Gleisen etlicher Zuckerplantagen zu fahren.
Doch
nur auf einer standen die Dampfrösser noch zum Abtransport des
Zuckerrohrs
im Einsatz: überall sonst schnauften und fauchten sie nur noch
für
uns Touristen.
Reise
Nummer 2 «Bella Italia» galt dem nördlichen Apennin
sowie der
Adriaküste. Städtebummel von Florenz über Perugia und
Ancona verbanden sich
mit herrlichen Fahrten auf Gebirgsstrecken mit heutigen Zügen.
Daneben
standen interessante Ausflüge mit italienischen Dampfmaschinen auf
dem
Programm, allerdings teils auf anderen Strecken und zu anderen Zeiten
als
von der FS, Italiens Staatsbahn zugesagt...
Der
Dampfsonderzug in der Provinz Marche
Ohne Probleme hingegen reist man
in Italien mit Regelzügen sei es bei der
FS oder bei einer der vielen, romantischen Privatbahnen. Quer durch den
imposanten Apennin und entlang der malerischen Küste gibt es
zahllose
Strecken von landschaftlich einmaliger Schönheit, die sich auch
aus heutigen
Zügen geniessen lassen. Deshalb organisiere ich 2005 die Reise
«Bella Italia
2» in den Süden des italienischen Stiefels, nach Apulien und
Kalabrien
(siehe Reisen 2005).
Ein ETR
Schnelltriebwagen
unterwegs nach Sulmona
Durch die
Schluchten des Apennin
Ende August zog es uns nach Österreich. Die
zwölf Tage wurden von A bis Z zu einer Traumreise. Die
grossartige, eben 150 Jahre alt gewordene Semmering-Strecke zog uns
ebenso in ihren Bann wie etwa die gemächliche Reise durch die
Wachau oder die Fahrten mit der Mariazeller- und der Ybbstal-Dampfbahn.
Überhaupt erwies sich das idyllische Ybbstal mit dem
Städtchen Waidhofen an der Ybbs als wahres Bijou.
Servus in Mariazell
Unterwegs mit dem
Oetscherland
Express
Ob Karwendel oder
Arlberg, ob Salzburg oder Innsbruck, ob Dampfbahn zum Achensee oder
moderner Zug
durchs Gesäuse – es begeisterte einfach alles. Und so kamen denn
auch
alle 14 Gäste zum RRR Jahrestreffen nach Winterthur, um in den
Erinnerungen an die Reise «Servus Austria» zu schwelgen.
Im September durchfuhren wir Schottland. Das
Eisenbahmuseum in York – auf halbem Weg nach Norden – ist einfach
phantastisch. Die Reise in der 1. Klasse der britischen Bahnen war sehr
bequem, die Verpflegung am Platz fast immer gratis. Allerdings gab es
mehrere markante Verspätungen.
Die
Bridge of Firth of Forth ist wohl die berühmteste aller
schottischen Bahnbrücken
Zu den Höhepunkten
der eindrucksvollen Reise gehörten der Besuch der Firth of Forth
Bridge, einer der grössten Fachwerkbrücken der Welt, die
Abstecher auf die romantischen Inseln Mull, Iona und Skye sowie die
dreieinhalb Tage an Bord des vornehmen 'Pathfinder Express’, wo wir
auch kulinarisch verwöhnt wurden. Führungen in Edinburgh,
Glasgow und Birmingham, der Bummel
durch Strassen und Gassen gaben zusätzlich einen guten Einblick in
den britischen Alltag einst und heute.
Die letzte Reise führte im November nach
Eritrea und danach kurz nach Ägypten. Die Attraktion Eritreas ist
die phantastische Bahnstrecke zwischen Massawa am Roten Meer und Asmara
auf fast 2'400 Metern Höhe. Der Schienenstrang lässt sich von
der landschaftlichen Schönheit am ehesten mit den Strecken der
Rhätischen
Bahn vergleichen. Die Reise im Dampfzug über die nach dem
Bürgerkrieg
weitgehend in Handarbeit wieder aufgebaute Strecke ist ausserordentlich
eindrücklich.
Die Eisenbahn von
Eritrea ist eine schmalspurige Bergbahn welche auf Meeresniveau beginnt!
In Ägypten erwies sich der Tagesausflug
im Zug ans Mittelmeer, nach Alexandria, als interessanter und
schöner Abschluss einer Reise, die uns stark mit der Wirklichkeit
der Dritten Welt konfrontierte – und mit der Vergänglichkeit auch
in der Welt der Eisenbahnen. Das Los vieler Dampflokomotiven in Europa
und Übersee ist ungewiss. Vielleicht, dass in absehbarer Zeit
Dampfveteranen fast nur noch auf Museumsbahnen fahren werden...
Doch locken zum Glück in aller Welt solche Museumsbahnen, und
ferner ungezählte prächtige Strecken, die mit heutigen
Zügen bereist werden können. Und so machen wir uns 2008
erneut auf zu «Rail Road Romance - (Bahn)Reisen zum
Verlieben», nach Neuseeland und China, Schottland und
Skandinavien. Mehr Infos dazu finden sich unter
«Reisen 2008».
Freundlichst
Ihr
Hans Peter Häberli