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Stand Januar 2006
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Fahrpläne Argentinien
Timetables Argentina


TRO
Was in den vergangenen 13 Jahren geschah

1993 wurde per Dekret des damaligen Staatspräsidenten Carlos Menem der ganze Schienenpersonenfernverkehr der damaligen Staatsbahn Ferrocarriles Argentinos (FA) stillgelegt.
Es wurde den Provinzen überlassen selber diesen Verkehr zu Organisieren.
Doch die finanzielle Lage der Provinzen hat nur in den wenigsten Fällen diese Uebernahme ermöglicht.
Einige wenige (Buenos Aires, La Pampa, Chaco, Córdoba, Tucumán, Salta, Rio Negro, Chubut) übernahmen jedoch sofort ihren Anteil an Rollmaterial der vormaligen Staatsbahn und gründeten eigene Bahngesellschaften, die mehr oder weniger lange überlebten.
Die Gesellschaft mit dem grössten Netz ist jene der Provinzen Buenos Aires und La Pampa, welche unter dem Namen Unidad Ejecutora del Programa Ferroviario Provincial (UEPFP) oder auch Ferrobaires die Strecken von Buenos Aires nach Mar del Plata, Miramar, Tandil, Pinamar, Bahía Blanca, Carmen de Patagones, Bolívar, Daireaux, Pehuajó, Lincoln und Junín betreibt.
Rio Negro gründete die Gesellschaft SEFEPA, die heute TREN PATAGONICO heisst und die Strecke San Carlos de Bariloche - Ingeniero G. Jacobacci - San Antonio Oeste - Viedma betreibt, wobei diese als einzige Provinzbahn auch Güterverkehr anbietet, der Nordteil der Schmalspurbahn des "Old Patagonian Express" (in Argentinien "La Trochita" genannt) von Ingeniero G. Jacobacci nach Ñorquincó gehört ebenfalls dazu und wird für etwas touristischen Verkehr genutzt.
Die Provinz Chaco hat mit der Gesellschaft Servicios Ferroviarios del Chaco SEFECHA ein Unternehmen für Regionalverkehr und Vorortsverkehr um Resistencia gegründet, wofür gebrauchte Triebwagen der spanischen Insel Mallorca angeschafft wurden. Hier werden die beiden Strecken Roque Sáenz Peña - Chorotis und Cacuí - Los Amores im Fernverkehr bedient, da sie durch Regionen führen, die keine Strassen aufweisen.
In Chubut wurde der südliche Teil der "La Trochita" reaktiviert und die Provinz führt hier unter dem Namen Ferrocarril del Chubut einen touristischen Bahnverkehr durch.
Die provinziellen Bahnunternehmen in Salta, Tucumán und Córdoba waren weniger erfolgreich und haben inzwischen ihren eigenen Betrieb eingestellt.
Erst 2005 versuchte es die Provinz Entre Rios, in dem sie zusammen mit dem Güterbahnunternehmen in dieser Region, América Latina Logística ALL, einen Personenverkehr zwischen Basavilbaso, Villaguay und Concordia aufnahm.
Von Provinzen unabhängige Unternehmen nahmen in jüngster Vergangenheit Fernverbindungen auf.
Trenes Especiales Argentinos (TEA; gegründet von Ferroclub Argentino) hat nicht nur den Dampfzug für Touristen zwischen San Carlos de Bariloche und Perito Moreno, sondern auch die Fernverbindung Buenos Aires - Basavilbaso - Concordia - Monte Caseros - Posadas aufgenommen.
Das Unternehmen Ferrocentral (Anteilseigner sind das Güterbahnunternehmen Nuevo Central Argentino und die S-Bahn Ferrovías [1 Linie ab Buenos Aires]) hat in den vergangenen 2 Jahren die Verbindungen Buenos Aires - Córdoba und Buenos Aires - Tucumán aufgenommen, allerdings mit viel zu wenig Loks und Wagen weshalb je Strecke nur ein Zug in der Woche verkehren kann, was der Nachfrage nie gerecht wird.
Dieser "Flickenteppich" an Bahnstrecken mit und ohne Personenverkehr, mangelnde Fernverbindungen und keine Anschlüsse zwischen diesen und keine einheitliche Tarifstruktur, sind einer wirklichen Entwicklung des
Schienenfernverkehrs gar nicht förderlich. So hat die Regierung um den Jahreswechsel 2004/05 das Dekret von Präsident Menem Rückgängig gemacht (wiederum per Dekret), um einer Entwicklung des Fernverkehrs nichts mehr entgegen zu stellen.
Allerdings war man sich lange nicht im Klaren wie man vorgehen solle, es gab wirklich auch Absichten eine neue Staatsbahn zu gründen, wobei dies, bei richtiger Verwaltung und richtigem Vorgehen, durchaus vorteilhafter wäre. Besonders jene Provinzen mit eigenen Bahnunternehmen wehren sich dagegen. Auf der anderen Seite hat auch die Regierung feste Vorstellungen welche Strecken wieder Personenzüge bekommen sollen, daneben liegen aber sehr viele Projekte aus den meisten Provinzen vor, welche vom kleinen Nahverkehrszug über eine 14 km lange Vorortslinie bis zu Expresszügen über 1000 km lange Strecken umfassen.
Da sich jedoch in der Zwischenzeit nicht viel tat, die Nachfrage nach Verbindungen jedoch sprunghaft zunimmt und inzwsichen oft Tumulte um Fahrkarten ausbrechen, musste die Regierung erneut eingreifen. In einem
neuen Dekret vom 27.12.2005 hat sich die Regierung verpflichtet auch finanziell einzugreifen, um in den kommenden 2-3 Jahren ein nationales Grundnetz im Schienenpersonenfernverkehr aufzubauen, wobei sowohl in die Infrastruktur, als auch ins Rollmaterial investiert werden soll.

Im Januar 2006 bestehen folgende Fernverbindungen (alle Züge die nicht nur dem Vorortsverkehr dienen):
(wenn nicht anders angegeben, 1 bis 5 Mal in der Woche)
Ferrobaires/UEPFP
Buenos Aires Plaza Constitución - Mar del Plata - Miramar ( BA - Mar del Plata mehrmals täglich)
Buenos Aires Plaza Constitución - Pinamar
Buenos Aires Plaza Constitución - Tandil
Buenos Aires Plaza Constitución - 25 de Mayo - Bolívar - Daireaux
Buenos Aires Plaza Constitución - Olavarría - Saavedra - Bahía Blanca
Buenos Aires Plaza Constitución - Olavarría - Pringles - Bahía Blanca - Carmen de Patagones
Buenos Aires Plaza Constitución - Quequén Necochea
Buenos Aires Once - Bragado - Carlos Casares - Pehuajó
Buenos Aires Once - Bragado - Lincoln
Buenos Aires Retiro - Junín (täglich)
folgende Verbindungen von Ferrobaires/UEPFP gelten als "als vorübergehend stillgelegt" da die Strecken technisch nicht befahrbar sind (das heisst sie sind offziell nicht stillgelegt und gehören zu jenen Strecken, die mit
staatlichen Mitteln bevorzug repariert werden sollen), dies sind:
Saavedra - Carhué
Pehuajó - Santa Rosa - Toay
Bragado - Carlos Tejedor - General Picó
Lincoln - Ameghino
Junín - Iriarte
Las Flores - Tandil - Quequén Necochea

SEFEPA/Tren Patagonico
San Carlos de Bariloche - Ingeniero G. Jacobacci - San Antonio Oeste - Viedma Regelzug 2x in der Woche
San Carlos de Bariloche - Viedma Luxuszug "Arrayanes" einmal in der Woche nur im Sommer
San Carlos de Bariloche - Ingeniero G. Jacobacci Lokalzug mehrmals in der Woche
Ingeniero G. Jacobacci - ojo de Agua (fallweise bis El Maitén) nur bei Bedarf Touristenzug Schmalspurbahn, Dampfbetrieb

FERROCENTRAL
Buenos Aires Retiro - Rosario - Rafaela - La Banda - Tucumán 1x in der Woche
Buenos Aires Retiro - Rosario - Villa Maria - Córdoba 1x in der Woche
Córdoba - Villa Maria Lokalzug (1x in der Woche)

TRENES DE BUENOS AIRES (TBA, ein Betreiber von S-Bahnen welcher einen Fernzug fährt)
Buenos Aires - San Nicolás - Rosario - Santa Fé (1x in der Woche)

TRENES ESPECIALES ARGENTINOS TEA
San Carlos de Bariloche - Perito Moreno Dampfzug für Touristen 3 mal in der Woche
Buenos Aires Federico Lacroze - Basavilbaso - Concordia - Monte Caseros - Posadas (2x in der Woche)

SEFECHA
Cacuí - La Sabana (täglich) - Los Amores (2x wöchentlich)
Roque Sáenz Pena - Avia Teraí - General Pinedo - Chorotis täglich

ALL/Provinz Entre Rios
Basavilbaso - Villaguay - Concordia (mehrmals in der Woche)

Ferrocarril del Chubut FCC
Touristenzüge, Schmalspur, Dampfbetrieb
Esquel - Nahuel Pán; El Maitén - Desvío Thomaé mehrmals wöchentlich und selten Esquel - El Maitén

MOVITREN/Provinz Salta
Tren a las Nubes Salta - San Antonio de los Cobres - Viaducto la Polvorilla stillgelegt!

Zu den vordringlichen Projekten von Regierung und Provinzen gehören:
Verdichtetes Angebot auf den Strecken Buenos Aires - Córdoba, Buenos Aires - Tucumán und Buenos Aires - Posadas, sowohl mehr Fahrten in der Woche und zusätzliche Wagen je Zug, wird sich wohl ab Ende 2006 oder Beginn 2007 auswirken.
Santiago del Estero - La Banda - Tucumán, wahrscheinlich 2007.
Einführung durchgehender Züge Buenos Aires - Bahía Blanca - Viedma - San Carlos de Bariloche 1 bis 3 Züge in der Woche, beginn wenn es gut geht ab Ende 2006 oder Anfang 2007.
Reparatur der Strecke Junín - Villa Mercedes und Einführung durchgehender Züge Buenos Aires - Junín - Villa Mercedes - San Luís - Mendoza etwa ab Ende 2008 oder Beginn 2009.
Wiederinbetriebnahme der Strecken Tucumán - Salta, Tucumán - Jujuy, Salta - Socompa, Embarcación - Formosa, Córdoba - Dean Funes, Códoba - Capilla del Monte, Córdoba - San Francisco, Santa Fé - Rafaela für Personenverkehr, meist 2 bis 3 Züge je Woche, in Etappen zwischen 2007 und 2009.
Monte Caseros - Corrientes und Basavilbaso - Paraná und eventuell Concordia - Paraná Wiedereröffnung in Etappen ab wahrscheinlich Mitte 2007.
Tandil - Tres Arroyos, La Plata - Mar del Plata, Pinamar - Mar del Plata und La Plata - Las Pipinas, Wiedereröffnung wird in Erwägung gezogen
Bahía Blanca - Neuquén Wiedereröffnung 2007 oder 2008.

Dies ist die Situation des Schienenpersonenfernverkehrs in Argentinien. Noch ist unklar wer welche Verbindungen betreiben wird, ob es noch zu weiteren neuen Gesellschaften kommt usw. Ausschreibungen sind teilweise geplant.
Sobald wieder etwas bekannt ist, werden diese Veränderungen an dieser Stelle aufgeführt.

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